Ansprache von Professor Dr.-Ing. Dieter Brüggemann aus Anlass des Besuchs des Bayerischen Staatsministers für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Martin Zeil, an der Universität Bayreuth am 25. Juli 2011

Sehr geehrter Herr Staatsminister,

herzlich Willkommen in Bayreuth!

Ich darf Sie auch im Namen unserer Universitätsleitung begrüßen, die durch den für Forschung zuständigen Vizepräsidenten, Herrn Kollegen Schmidt, und unseren Kanzler, Herrn Dr. Zanner, vertreten ist. Gleichzeitig heiße ich Sie als Dekan in unserer ingenieurwissenschaftlichen Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften herzlich willkommen.

Dass die Frage einer dauerhaft umweltverträglichen und zugleich sicheren und bezahlbaren Energieversorgung ein besonders wichtiges Anliegen ist, ist unumstritten und gewiss nicht neu. Neu ist jedoch die Dynamik, die durch verschiedene Entwicklungen und Ereignisse in die Energiepolitik gekommen ist. So hat der Begriff „Energiewende“ gute Chancen in die Liste der Wörter zu gelangen, die das Jahr 2011 kennzeichnen.

Wichtig ist jedoch, dass energiepolitische Entscheidungen so umgesetzt werden, dass unsere vor allem auf der Industrie basierende Wirtschaftskraft nicht gefährdet, sondern nach Möglichkeit sogar noch gestärkt wird. Hierbei spielen Forschung und technologische Entwicklung eine wichtige, vermutlich sogar entscheidende Rolle.

Der Freistaat Bayern möchte in diesem Zusammenhang in seinen Metropolen München und Nürnberg größere Energie-Zentren ausflaggen und ausbauen. Das Thema Energie ist wichtig genug, um diese Anstrengung zu begrüßen. Es ist jedoch auch zu wichtig, um sich damit zu begnügen.

Vielmehr, so meine ich, gilt es, die in Bayern verteilten Energie-Kompetenzen ebenfalls zu stärken und das besondere Potential zu entfalten, in dem ein echtes Netzwerk für Energie-Forschung und -Entwicklung gebildet wird. Mich würde es nicht überraschen, wenn die zu diesem Thema von Ihnen eingesetzte Expertenkommission zu einem ähnlichen Ergebnis käme.

Ich erlaube mir bei dieser Gelegenheit, beide Aspekte, Kompetenz und Vernetzung, am Beispiel unserer Universität Bayreuth zu veranschaulichen.

Zur Kompetenz:

Bereits seit geraumer Zeit haben wir in verschiedenen Feldern und Fakultäten energierelevante Themen erfolgreich bearbeitet. „Energie“ mit ihren vielfältigen Facetten darf mittlerweile als ein Profilfeld unserer Universität bezeichnet werden. Energietechnische Fragen stehen im Mittelpunkt vieler Projekte unserer ingenieurwissenschaftlichen Fakultät.

Um dies auch nach außen noch sichtbarer zu machen, bündeln wir sie in einem Zentrum für Energietechnik. Besondere Schwerpunkte bilden hierbei die Nutzung von Abwärme und die Speicherung von Energie.

Zur Vernetzung:

Bereits heute stehen wir mit dem Energie-Campus Nürnberg und der TU München in enger, aber noch ausbaufähiger Verbindung. Ausdrücklich möchte ich auch auf unsere Verknüpfung mit dem ATZ Entwicklungszentrum in Sulzbach-Rosenberg hinweisen; hier wollen wir die Zusammenarbeit zum Beispiel auf dem Gebiet der Energiespeicherung weiter intensivieren. Auch mit dem Zentrum für Angewandte Energietechnik Bayern (ZAE) sind wir verbunden.

Sehr geehrter Herr Minister Zeil, wie Sie wissen, haben wir jüngst einen besonderen Vorschlag vorgelegt, nämlich die Technologie-Allianz Oberfranken. In ihr sind „Energie“ und „Mobilität“ als die thematischen Säulen dargestellt. Diese Technologie-Allianz zeigt jedoch noch mehr. Es ist ein strategisches Bündnis der vier oberfränkischen Hochschulen und schließt somit neben der Universität Bamberg auch die Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Coburg und Hof mit ein. Wir drücken damit aus, dass wir keinerlei Berührungsängste haben, mit den ehemaligen Fachhochschulen zusammenzuarbeiten. Im Gegenteil, gerade die unterschiedlichen Aufgaben beider Hochschultypen führen dazu, dass wir uns in Projekten hervorragend ergänzen.

Dass diese Offenheit keineswegs auf Oberfranken beschränkt bleibt, zeigt auch der Anlass, aus dem wir heute hier zusammen gekommen sind. Gemeinsam mit der Hochschule Amberg–Weiden und dem dort ansässigen Unternehmen DEPRAG haben wir eine energietechnische Projektidee entwickelt und der Bayerischen Forschungsstiftung zur Mitfinanzierung vorgeschlagen. Dass die Begutachtung und Entscheidung darüber möglicherweise nicht negativ ausgefallen ist, lässt uns Ihr Besuch, Herr Zeil, bereits vermuten. Sehr gern erfahren wir jedoch das Ergebnis offiziell von Ihnen persönlich. –

Herr Staatsminister, Sie haben das Wort!

 

Anschrift

Prof. Brüggemann
Prof.-Rüdiger-Bormann-
Straße 1
95447 Bayreuth

T. 0921 - 55-6801
F. 0921 - 55-6802